Flohmarkt …und die Suche nach dem heiligen Fotografen-Gral

Immer das selbe auf dem Flohmarkt! Na toll. Alle anderen in meiner Begleitung müssen schon die zweite Tragetasche befüllen…Vor lauter Döschen, Fahrradschlössern, Oberteilen, Unterteilen, Röcken, Gürteln, Taschen, Lautsprecher für die Küche, Lautsprecher fürs Wohnzimmer… und was weiß ich noch alles. Natürlich haben alle dabei auch noch super Schnäppchen gemacht. Ja-ja, ist ja auch gut. Ich freu mich ja mit euch.

Am letzten Flohmarkt-Samstag hatte ich die Hoffnung also schon aufgegeben und mich damit abgefunden, dass ich wohl nicht triumphierend nach Hause kommen werde.

Als Fotograf ist so ein Flohmarkt ja besonders schlimm. Gerade wenn man eigentlich kein neues (altes) Kameraequipment mehr kaufen will (was man sich erst letzte Woche mal wieder vorgenommen hatte). Immer schweift  der Blick unweigerlich über die Auslage eines jeden Flohmarktstandes und scannt die Ware nach irgendwas Objektiv- oder Kameraähnlichem. Liegt eine Kamera da, blickt man sofort in Richtung VerkäuferIn… Sieht sie/er so aus als hätte sie eine Ahnung was da vor ihr auf dem Tisch liegt?

Ich: „Oh, was Kostet denn die AE-1 da?“

Er: „Ja, so 80 schon noch. Da ist dann auch das Tele dabei. Die geht noch einwandfrei!“

Ich: „Öhm, hm. Ich überleg’s mir mal“ (Notiz an mich selbst: In Marokko auf dem Basar wäre ich verloren.. Verhandeln zwischen drückenden Menschenmassen ist mir echt zu stressig)

Da wühlt man 1 1/2 Stunden durch gut und schlecht sortierte Tische um irgendwas zu finden das auch noch als Schnäppchen durchgeht, aber ne.  Entäuschung macht sich breit.

Aus welchem Grund auch immer – Ich habe mich überreden lassen auch noch zum letzten Stand zu gehen, um dort den riesigen Kleiderständer zu durchwühlen. Gewühlt habe ich natürlich nicht, dafür aber auf dem Tisch eine Kamera entdeckt!

Hm, sah etwas schäbig aus. Mehrere Dellen und Kratzer, aber eigentlich ist das ja genau nach meinem Geschmack. Die Kamera hat was erlebt! Kann sie ja zumindest bei mir noch ein schönes Rentnerdasein genießen (hahaaaa). Und eine Rangefinder Kamera ist es auch noch! Leider steht nicht Leica drauf… aber Konica tut’s auch!

In die Hand genommen, durchgekuckt : Belichtungsmesser geht nicht. Egal.

Ich: „Was kostet denn die Kamera?“

Sie: „Machen wir 10,-“

Ich: „Sieht ja schon nicht mehr so gut aus! Geht die noch?“ (na also, geht doch mit meinen Basar-Skills)

Sie: „Ja, ich hab die von einem älteren Herren. Der hat gemeint sie würde noch gehen. Ich weiß es aber leider nicht“

Ich: „Ich würde das Risiko eingehen, aber machen wir 8,- ok?“ (Haaa! Sehr gut, eiskalt verhandelt)

Sie: „Ok. Kommen sie dann mal vorbei und sagen mir ob sie noch geht, ja“

Ich: „Na klar!“

 

Mittlerweile hab ich feststellen können, dass die Kamera tatsächlich noch funktioniert. Hat ihr nur ein Film und eine Batterie gefehlt. Nun geht’s ihr blendend!

Allerdings habe ich jetzt ein schlechtes Gewissen wegen meiner unglaublichen Verhandlungsfähigkeiten. Als ich zuhause nach Konica auto s3 gegoogelt habe, ist mir aufgefallen, dass ich auch ohne verhandeln (selbst bei einer kaputten Kamera) ein Schnäppchen gemacht hätte.

Der heilige Fotografen-Gral ist die S3 nicht ganz (so als Rarität gesehen), aber so ein kleiner Vorgeschmack vielleicht.